Über Müll, die Larantie und mehr

von Marco G. aus Halle

Ihr wollt nochmal hören, wieso wir damals so unglaublich viel Müll verursacht haben? Und wie das vor der Larantie war? 

Ohjee, wo soll ich da anfangen? Es war von Anfang bis Ende alles falsch eingerichtet. Ihr könnt euch das nicht vorstellen.

Die Rohstoffe waren total billig, die Staaten haben alles dafür getan, das vorhandene Erdöl und Eisen, Kohle und Holz schnell auszubeuten. Es gab noch keine Ressourcensteuern. Frau zerrte das Öl und die Erze aus dem Boden und konnte es billig verkaufen. Und “Alles” meint: wir haben Kriege geführt und gefördert, haben barbarische Schurkenstaaten unterstützt, haben sogar 2020 noch neue Pipelines für Erdgas gebaut. Ja, damals hat frau wirklich noch aktiv Erdgas gefördert, um es zu verbrennen – heute haben wir ja den ganzen Salat mit dem Einfangen der sprudelnden Methanknollen. 

Und was für eine sinnlose Verbrennung das war – zum Heizen, oft hat frau sogar unkondensierten Wasserdampf mit weit über 100 Grad zum Schornstein rausgeblasen.

Aber ihr wolltet ja was zum Müll hören. Ja. Rohstoffe waren sehr billig, aber dafür wurde Arbeit mit allen möglichen Steuern und Abgaben versehen. Von dem, was die Firma an Kosten hatte, hat die Arbeiterin weit unter der Hälfte an Geld bekommen, der Rest ging an die Staat. Reparieren war also teuer, Wegwerfen billig. Wieso wir das so zugelassen hatten? Ob wir vom Müllproblem nichts wussten? Doch, wir wussten alles drüber. Great Garbage Patch, Mikroplastik in der Arktis, Fische voller Müll. Aber alle taten so, als ginge es nicht anders. Als würden wir verdursten, wenn wir unser Wasser nicht in Flaschen aus dem Supermarkt holen würden.

Was? Wie wir das alles nach Hause getragen haben und warum wir keine Wasserleitungen eingebaut hatten? Doch! Natürlich hatten wir Wasserleitungen. Da kam sauberstes Trinkwasser raus, damals noch für wenig Geld – Oh, wenn ich nur dran denke, das kann frau heute gar keinem mehr sagen: Wir haben mit diesem sauberen Trinkwasser sogar unsere Toiletten gespült. Wir haben im Wahrsten Sinne des Wortes auf unser Trinkwasser geschissen. Damals gabs noch viel davon. Jaja, die Aufbereitung, das Abwasser, die Klärwerke – aber das hat frau doch nicht gesehen… gut, ihr habt recht: das hat frau nicht sehen wollen. Wir haben es verdrängt.

Ja, das Heimschleppen. Die Menschen hatten damals noch eigene große schwere Motorfahrzeuge. Nicht so groß wie die Busse heute – wobei manche schon obszön fett und groß waren. Nur für einen einzelnen Haushalt stand dann so ein Ding rum, bei manchen sogar zwei. Sogar zum Einkaufen ist frau damit gefahren. Ja klar gab es Stau und Abgas und Lärm, aber dazu ein andermal – heute wolltet ihr doch wissen, warum so viel Müll entstand.

Also frau hatte zu Hause sauberes Trinkwasser aus dem Hahn, trotzdem wurden Milliarden Trinkflaschen mit Wasser verkauft. Und das meiste davon in “praktischen” Plasteflaschen. Und nicht nur hier, sondern auf der ganzen Welt war es modern, Wasser zum Trinken in Plasteflaschen zu kaufen. Wir Deutschen waren damals ganz modern und ökologisch, dachten wir. Unsere Plasteflaschen wurden wieder eingesammelt ganz gut recycelt. Aber all das Essen war in “Einwegverpackungen”, also in Müll: Frischkäse, Wurst, Käse. Jaaa…. das ist alles eine Art Aufstrich. das… ohjee. Das erkläre ich euch auch ein andermal.

Also fast alles Essen und Trinken kam in Verpackungen, die dann sofort zu Müll wurden. Und deshalb haben viele Menschen so ein Motorfahrzeug zum Einkaufen gebraucht. Na das waren Dinger, ich sage nur: Verbrennungsmotoren. Nein – die hat frau sogar 2020 noch hergestellt, millionenfach produziert und in alle Welt verschifft. Technisch waren die wirklich faszinierend, aber nach wenigen Jahren waren sie, ihr ahnt es schon: Müll. Getriebe, Motor, Reifen. Stellt euch nur vor, für fast alle eure Fahrten würdet ihr in 1500 kg Blech und Plaste verpackt und dann muss all das zwischen tausenden anderen solchen Fahrzeugen mit bewegt werden.

Und diese Kisten wurden von den normalen Menschen selbst geführt. Die ganzen Unfälle… Ja, es gab Tote. Nein, ich will jetzt nicht drüber reden, wie viele das waren. Am stärksten hat es die getroffen, die dabei gar nicht mitmachen wollten. Fußgängerinnen und Radfahrerinnen – oft gerade die Frauen, aber auch Divis und Männer. Auf jeden Fall waren diese Fahrzeuge nach Unfällen oder nach wenigen Jahren Nutzung auch oft Müll, oder frau hätte viel Geld für die Reparatur bezahlen müssen.

Aber ich glaube, was am schlimmsten war, waren die ganzen normalen Sachen. Es war ja eine Zeit der total schnellen Entwicklung. Dauernd war etwas technisch veraltet. Aber auch die Sachen, die eigentlich fertig entwickelt waren, gingen aller Nase lang kaputt und mussten weggeworfen werden.

Das Problem war diese unglaubliche Abhängigkeit vom Wachstum. Stellt euch vor, ihr baut Kühlschränke, die einfach wenig Strom brauchen und lange halten, gut zu reinigen und zu reparieren sind. Dann baut ihr 40 Millionen davon und wenn jeder Haushalt so einen hat, müsst ihr die Fabrik dafür zumachen. 

Und jetzt kommt eben der Hammer: was wir heute als einfaches Ideal haben, nämlich eine Aufgabe (zum Beispiel gute, praktische Kühlboxen in jedem Haushalt) im Grunde erledigt zu haben und nur noch ein bisschen Nachschub und seltene Reparatur leisten zu müssen, galt damals als Katastrophe. Ja nun schaut mich doch bitte nicht so entsetzt an, ich hab mir das doch nicht ausgedacht!

Wir hatten da… ach, es hat was mit Eigentum und Vermögen und Geld zu tun, mit Kapital und Zinsen, mit der Bewertung von Produktivkräften. Wenn ich das jetzt erklären soll, klingt es total komisch, aber damals war das wichtigste für eine Kühlschrankfabrik, dass immer mehr von ihren Kühlschränken gebraucht wurden. Und vergesst nicht: Die Rohstoffe waren total billig, die Arbeit teuer. Die Kühlschränke waren also so gebaut, dass sie nach Kurzem kaputtgingen. Manche haben nichtmal sechs Jahre gehalten. Die Larantie? Ja, eben, die gab es damals noch nicht. Selbst große Elektrogeräte, Waschmaschinen, oder diese “Bügeleisen”, Toaster, Wasserkocher, Mixer – alles musste nur zwei Jahre halten, das hieß “Gewährleistung” und es gab noch eine “Garantie”. Aber wenn da was kaputt ging, musste frau selbst nachweisen, dass es schon beim Kauf ein Problem war.

Also… ach, ist mir das jetzt peinlich…

Die Geräte gingen nach ziemlich kurzer Zeit kaputt, und ein neues musste gekauft werden. Und dann zwischen ganz vielen Geräten auswählen. Manche haben viel Strom verbraucht, andere waren laut, andere von unbekannten Herstellerfabriken. Manche waren nicht so besonders schön. Oder passten nicht in die vorhandene Küchenzeile. Es war also immer viel Arbeit, so ein neues Gerät zu holen, irgendwie ranfahren, das alte wurde weggeworfen, wir mussten viel arbeiten, um das ganze Geld dafür zusammenzubekommen. Ach, sogar 2020 haben viele Menschen noch 40 Stunden pro Woche gearbeitet, nicht nur in der Try’n’Rush-Phase, sondern dauerhaft. Oder 38 Stunden jede Woche. Und das ganze Rumfahren noch dazu… Viele Kinder haben eins ihrer Elterys kaum gesehen. So sinnlos und absurd, wie das heute klingt, kam uns das aber damals nicht vor. Wir mussten viel arbeiten, damit wir viel kaufen können, damit andere viel produzieren können, damit sie viel arbeiten können, damit sie viel kaufen können, damit wir viel produzieren können…. Ach Mist, irgendwie hatten die es geschafft, dass alle da mitspielen. Und wer nicht mitmachen wollte, der hatte so richtig schlechtes Essen, richtig schlechte Wohnung, wurde dauernd schikaniert und erniedrigt. Also wurde produziert und konsumiert und weggeworfen, produziert, konsumiert und weggeworfen. Immer schneller, immer mehr.

Aber glaubt bloß nicht, das mit der Larantie kam einfach so. Die Zeiten waren hart, die ersten verdorrten Landkreise mussten nach den beginnenden Salzstürmen aufgegeben werden, nur noch die allerdümmsten glaubten, dass wir so weitermachen könnten, und die hatten da schon nichts mehr zu sagen. 

Zuerst wurde versucht, die vorherige Garantie von 2 auf 4 Jahre anzuheben. Aber die Fabriken haben einfach nach 3-5 Jahren “Pleite” gemacht, also sich geschlossen, und die Chefinnen hatten mit vielen Tricks vorher schon genug Geld abgezweigt. Gesetze gegen so was zu bauen ist kompliziert, und die allermeisten Gesetzesexpertinnen waren komplett im Alten Denken festgeklebt oder genagelt. Die Ministerien hatten gar kein Fachpersonal mehr dafür, weil jahrelang die Gesetze immer fertig von den Lobbyverbänden kamen, das hat sich dann extrem gerächt. 

Danach wurden die Verkäuferinnen verpflichtet, für Reparatur oder Ersatz zu sorgen, aber natürlich haben die auch Wege gefunden, drumrum zu kommen. Und die hatten gar keine Chance rauszufinden, welche der verkauften Geräte lange halten und welche kurz, also sind auch einige an dieser neuen Garantie kaputt gegangen. Alle waren sauer und manche wurden richtig aggressiv, aber allen war klar, dass es wie vorher gar nicht weitergeht. Zurück ging nicht, nur voran.

Ich weiß gar nicht mehr, wie die Mann genau hieß, die auf die Idee mit der Versicherung kam. Ich glaube, ihr Spitzname war Saki. Wir hatten ganz früher mal eine Art Fernfreundschaft miteinander. Jedenfalls hat sie gesagt: Wir brauchen eine Instanz, die sich mit den Geräten auskennt, und die einschätzen kann, was schnell kaputt geht, und wie gut sie zu reparieren sind. Und dann setzen wir eine… Und dann hat sie das Wort “Larantie” erfunden. Ja, ich flunkere nicht: ich kenne die Mann, die das erfunden, dann beworben und dann vermarktet hat. Ach glaubt doch was ihr wollt. Ja, ok, das war “Doch Nur Online”.

Gut, das Konzept kennt ihr ja jetzt: statt zu Kaufen und dann Pech oder Glück mit dem Ding zu haben, wird einfach gemietet. Das klingt so simpel. Aber es ändert alles! Jetzt lacht doch nicht!

Versteht ihr das denn nicht?

Vorher musste die Fabrik so bauen, dass immer wieder was Neues gekauft wird. Dass also das Handy veraltet, dass der Mixer irgendwo ein kleines Plastestück zum Zerbrechen hat, dass Ersatzteile nicht zu haben sind, dass Trinkgläser kaputt gehen. Jetzt lacht mich doch nicht so ungläubig aus! Damals ist Glas bei allen möglichen Gelegenheiten kaputt gegangen. Schon wenn es einmal so hier auf den Boden runterfiel, zack, kaputt. Ach egal, es ist ja toll, dass das längst vorbei ist.

Auf jeden Fall musste eine Fabrik ohne die Larantie so bauen, dass immer wieder Neues verkauft wird. Und danach? Danach umgekehrt: mit der Larantie musste sie so bauen, dass langjähriger Betrieb billig ist. Und mit Reparatur oder Ersatz nicht genug: auch die Betriebskosten mussten gering sein.

Was dann passierte, hattet ihr ja oft genug im Unterricht. All die Firmenpleiten, weil wir vorher unglaublich viel zu viel hergestellt, gekauft, weggeworfen hatten. Arbeitslosigkeit, Elend, Not. All die erfolglosen Anpassungsmaßnahmen, all der Druck. 

Es waren harte Zeiten, und immer wieder kamen die hervor, die alles auf das alte, total verschwenderische System zurückdrehen wollten. Aber das ging längst nicht mehr. Es fehlte nicht viel, und es hätte harte Gewalt gegen die Ewiggestrigen gegeben. Doch dann passierte das für uns alle Überraschende: die Katastrophen wurden so offensichtlich, dass sich Millionen Menschen zusammenschlossen. Die vorher winzigen Aktivisti Gruppen hatten noch das Wissen, wie frau sich organisiert. Es schlossen sich die Reste der Gewerkschaften, die Überbleibsel der Klimaschutzgruppen und so weiter zusammen. Ja, genau “Ende Gelände” hieß eine davon, und ja, “Fridays for Future”, und “Extinction Rebellion”, “Sand im Getriebe”. 

Entschuldigung – ich brauch ne kurze Pause, eine Minute, ja? [ verschwindet schneuzend im Nebenzimmer ]

Tschuldigung – das waren Gruppen, in denen zuerst so unglaublich viel Kraft und Hoffnung steckte, und dann sind sie so halb untergegangen, von Presse und Polizei und Geldnot zerquetscht, die Aktivisti ausgebrannt, gegenseitig aufgerieben an Kleinigkeiten, oder auf der Suche nach einer Arbeit. Und es war so unglaublich traurig, dass die scheinbar alle gescheitert waren, dabei hatten die schon 2010 und 2018 gesagt, dass wir die Probleme endlich lösen müssen. Heute sagt ja jede, dass sie damals schon dabei war – ach egal.

Aber all diese Reste kamen 2028 wieder zusammen! Diesmal konzentriert, fokussiert, klare kurze Ansagen. Es war fast gespenstisch. Bei den Protesten 2018-2021 alles noch so zerstritten, kleinlich, perfektionistisch, detailverliebt. So viel unversöhnliche Gegensätze, so viel Misstrauen, wer nun wen hinten runter fallen lassen will. Aber 2028, zehn Jahre später: fast militärisch knapp. Dabei aber genau das Gegenteil von militärisch. Jede konnte für sich einstufen, ob sie an den Entscheidungen oder nur am Durchführen teilnehmen will, und alles passte auf einmal zusammen. Es gab kurze effektive Treffen für Absprachen. Ideen wurden vorgestellt, kurz hinterfragt, abgestimmt. Es gab keinen Platz mehr für Egotrips, aber das lag auch dran, dass die Frauen endgültig übernommen hatten. Und alles zivil.

Die schlimmsten Verhindererinnen und Konzerne wurden identifiziert, mittlerweile gab es genug Fortschrittliche in allen Strukturen. Dann wurde Öffentlichkeit aktiviert. Beim ersten Konzern waren es noch dreitausend, die die Führungsetage besetzt haben, die Manager-Zufahrten zugemauert, die Klimaanlagen verschäumt haben. Die Polizei griff unbarmherzig auf all ihre neuen Möglichkeiten zurück, es gab so viel Leid. Aber es half nichts: beim nächsten Konzern waren es schon zehntausend, beim übernächsten 30000 Aktivisti. Die ganzen alten Konzepte griffen wieder, die Bezugsgruppen fanden sich von fast allein, Kommunikation funktionierte trotz aller Uploadfilter von Mensch zu Mensch. Und bei dieser Welle war ich nicht zu feige und zu faul, nicht zu bequem oder ängstlich. Diesmal lief lief ich nicht nur bei ein paar Demos mit, sondern hab ebenso konzentriert mitgemacht. 

Ach hätten doch nur schon 2019 so viele Menschen den Ernst der Lage begriffen – wie viel wäre uns erspart geblieben.

Die Regierungen gaben nach. Die Vermögen wurden besteuert, das Grundeinkommen kam. Landbesitz wurde begrenzt. 

Das Grundeinkommen war dann das Ende der allgegenwärtigen Angst. Anfangs war es wirklich nur so viel, dass sie knapp damit überleben konnte, aber … wie soll ich euch das erklären? Die Menschen merkten plötzlich, ob sie ihren Job nur aus Angst vor Armut machen, oder ob ihnen was dran liegt. Sie haben neue Sachen gelernt, oder nur halb so viel gearbeitet. In den vorherigen Brennpunkten, wo das Ende der Verbrenner Arbeitslosigkeit vom Ingenieur bis zum Fließbandarbeiter verursacht hatte, bildeten sich Genossenschaften. Statt der Überlebensangst wurde Neugierde und Lust am Ausprobieren zum Antrieb. Die Superreichen brauchten Möglichkeiten, ihr Geld zukunftsweisend anzulegen, nur so konnten sie einen Teil vor der Steuer retten. Neue Mobilität wurde entworfen, ausprobiert, verworfen, verbessert. Eine unglaubliche Explosion von Kreativität, gemeinsamer Problemlösung, Begeisterung. Die ganze Zusammenführung der vorhandenen Bausteinchen, all dieses “klick!” Ineinandergreifen, das es heute so … so … wir hätten früher gesagt: So Geil macht, von einem Ort zum anderen zu kommen, entstand in ganz kurzer Zeit.

Erst da wurde vielen klar, wie unglaublich viel Kraft vorher total sinnlos verpulvert wurde. Wir hatten so viele Jahre gestritten, ob man nun am Alten festhalten muss oder nicht, wir hatten die Kämpfe der Retro-isten gekämpft, es war, als ob das Boot beim Ruderwettkampf noch mit einem Stein am Boden festhängt. Nachdem dann endlich akzeptiert wurde, dass wir ein echtes vernetztes neues Verkehrssystem brauchen, nachdem die Energieeffizienz als wichtigste Basiskennzahl akzeptiert wurde, nachdem die Menschen nicht mehr gegeneinander ankämpften, starteten die berühmten RevolSessions. Die Ressourcensteuer und die Larantie halfen enorm, Arbeitskraft freizusetzen. Die Kreativität, die vorher für das Umbiegen der Sehnsüchte und das Aufdrängen neuen Konsums gebunden war (“Werbung”), wurde freigesetzt. Auf einmal lagen die Lösungen in der Luft, wo vorher die Probleme im Mittelpunkt standen. Auf einmal zählte das Wort der Busfahrerin oder Lehrerin genausoviel wie das Wort der Bürgermeisterin – fachliche Fehler hat frau sich kurz erklärt, jede mit ihren Stärken, und dann weitergemacht. Für echte Richtungsentscheidungen, die alle betreffen, wurde ein prominenter Sendeplatz etabliert. Die Gruppen halfen sich gegenseitig, ihre Position klarzustellen, ihre Unterschiede rauszuarbeiten, und ein professionelles Team übernahm die leicht verständliche Vermittlung. Vieles konnte ausprobiert werden, nach der Auflösung der Großkonzerne, dem Ende des Müllwahnes, der Besteuerung der Vermögen war genug da, um auch verschiedene sinnvolle Ansätze aufzubauen.

Den Rest kennt ihr ja selbst gut genug. Job-Sharing, damit niemand die ganze Woche nur Müllfahren oder Rasenmähen muss, sondern auch die Hausverwalterin einen Tag pro Woche mal umschalten kann. Das Kleidercycling statt der absurden früheren Wegwerfklamotten. Die Holi-Months, um ein halbes oder ganzes Jahr lang im Arbeitstausch ferne Länder wirklich kennenzulernen. Die Try’n’Rush Phase, um sich kopfüber in ein Thema reinzustürzen, bis es aus den Ohren rausquillt. Die Selbstverständlichkeit, mit der wir uns durch Sharerad, Trampcab, XBus und im Sonderfall auch Taxi mit der Mobicard bewegen, die Mobi-Hubs, mit denen niemand im Regen steht, die das nicht will.

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